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ZIM-Innovationsnetzwerk DIGIPRO-EW – Erfolgreiche FuE-Projekte in der Ernährungsindustrie


01.10.2025, von Stefan Ilchmann
  • Erfolgsbeispiele

Im Innovationsnetzwerk DIGIPRO-EW haben sich unter den Netzwerkmanagement der GMBU e.V. Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus der Ernährungs-, Agrar- und Umwelttechnik zusammengeschlossen, um Produkt- und Prozessinnovationen unter den Bedingungen wachsender regulatorischer Anforderungen, steigender Qualitätsansprüche und zunehmenden Kostendrucks zu entwickeln. Im Zentrum standen dabei nicht abstrakte Forschungsziele, sondern klar definierte, marktorientierte Problemstellungen aus der Praxis mittelständischer Betriebe. Die technologische Klammer bildeten Digitalisierung, Automatisierung, Analytik und Qualitätssicherung entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Ein prägendes Merkmal des Netzwerks war die konsequente Verzahnung technischer Entwicklung mit lebensmittelrechtlichen, umweltrechtlichen und marktrelevanten Anforderungen. Neue Verfahren und Produkte müssen heute nicht nur technisch leistungsfähig sein, sondern zugleich regulatorisch belastbar, dokumentationsfähig und gegenüber Kunden transparent kommunizierbar. Gerade in der Ernährungswirtschaft führt dies regelmäßig dazu, dass neue Herstellungsprozesse nur dann marktfähig sind, wenn parallel geeignete Nachweis-, Analyse- und Kontrollmethoden entwickelt werden. DIGIPRO-EW hat diesen Zusammenhang frühzeitig erkannt und systematisch in die Projektarbeit integriert.

Die Wirkungen des Netzwerks gingen dabei deutlich über die Umsetzung einzelner FuE-Projekte hinaus. DIGIPRO-EW erwies sich als leistungsfähige Kooperationsplattform, die sowohl technologisch belastbare Innovationen als auch nachhaltige strukturelle Entwicklungsimpulse für die beteiligten Unternehmen hervorbrachte. Die Kombination aus erfolgreichen Forschungsvorhaben und vorbereitenden, kompetenzbildenden Entwicklungsprozessen zeigt exemplarisch, wie Innovationsnetzwerke im Mittelstand wirken können.

So entstanden im Netzwerk hochkonkrete technische Lösungen mit unmittelbarem Praxisbezug. In einem Kooperationsvorhaben wurde etwa ein autonom arbeitender Hybrid-Roboter entwickelt, der in biologisch bewirtschafteten Kräuterbeständen Beikräuter bereits im Keimblattstadium identifiziert und mittels Lasertechnologie entfernt. Treibende Faktoren waren dabei nicht nur Effizienz- und Personalmangel, sondern insbesondere verschärfte regulatorische Vorgaben zum Einsatz von Pflanzenschutzmitteln sowie Grenzwertregelungen für unerwünschte Pflanzeninhaltsstoffe. Die Lösung verbindet Bildverarbeitung, Robotik und nachhaltige Energieversorgung und ermöglicht eine wirtschaftliche, rechtskonforme und zukunftsfähige Produktion.

Ein weiteres Entwicklungsfeld betraf die Optimierung von Fleischreifeprozessen. Durch den gezielten Einsatz von Edelschimmel- und Milchsäurekulturen konnte ein Verfahren etabliert werden, das eine signifikante Verkürzung der Reifezeit bei gleichzeitig verbesserter Produktqualität erlaubt. Neben sensorischen Vorteilen führten die Ergebnisse zu reduzierten Lagerzeiten, geringerem Energieverbrauch und einer insgesamt effizienteren Prozessgestaltung. Lebensmittelsicherheits- und Hygienestandards wurden von Beginn an integraler Bestandteil des Verfahrensdesigns.

Besonders deutlich zeigt sich der Innovationsoutput des Netzwerks an Projekten mit unmittelbar belastbaren Ergebnissen. Im ZIM-Projekt FLHy wurde ein multispektrales LED-Beleuchtungssystem mit integriertem UV-Hygienemodul für Fleisch- und Wurstwaren entwickelt und unter realen Einsatzbedingungen validiert. Die Kombination aus verbesserter Produktpräsentation und nachgewiesener Keimreduktion bildet eine tragfähige technologische Grundlage für neue Anwendungen im Lebensmittelhandel. Die Projektergebnisse wurden in Fachvorträgen, Workshops und Branchengremien vorgestellt und wirkten als Impulsgeber für weitere Innovationsansätze in der Fleischwirtschaft und angrenzenden Bereichen. Auch ohne kurzfristige Umsatzsteigerungen trug das Projekt maßgeblich zur Stabilisierung des beteiligten Unternehmens und zur Sicherung qualifizierter Arbeitsplätze bei.

Ein besonders anschauliches Beispiel für die Überführung von Forschung in Richtung Marktreife liefert die Erchinger Fleisch- und Wurstmanufaktur. Im FuE-Einzelprojekt zur photodynamischen Desinfektion von Geflügelfleisch wurde ein Verfahren entwickelt, das bei kurzen Prozesszeiten eine signifikante Keimreduktion erzielt, ohne sensorische Eigenschaften zu beeinträchtigen. Die Entwicklung eines praxistauglichen Edelstahl-Prototyps sowie umfangreiche Labor- und Realversuche führten zu einer deutlichen Verlängerung der Haltbarkeit. Derzeit werden konkrete Schritte zur Pilotintegration, zur Entwicklung von Demonstratoren und zur schrittweisen Markteinführung vorbereitet. Das Projekt hat dem Betrieb ein eigenständiges technologisches Profil verschafft und ihn als innovativen Pilotanwender im Premiumsegment positioniert.

Darüber hinaus zeigte das Netzwerk seine Stärke auch jenseits klassischer lebensmitteltechnologischer Fragestellungen. Aus einem konkreten industriellen Bedarf heraus wurde ein photokatalytisches Analysesystem zur schnellen Bestimmung freier und gebundener Cyanide in Abwasserströmen entwickelt. Die gegenüber herkömmlichen Verfahren erheblich verkürzten Analysezeiten eröffnen neue Möglichkeiten für Prozessüberwachung, Umweltschutz und industrielle Eigenkontrolle und verdeutlichen, wie fachübergreifende Synergien innerhalb eines Netzwerks wirksam genutzt werden können.

Auch in Fällen, in denen keine geförderten FuE-Projekte realisiert wurden, entfaltete DIGIPRO-EW substanzielle Wirkung. Das Netzwerk diente als Plattform für Wissenstransfer, strategische Orientierung und den Aufbau belastbarer Kooperationsbeziehungen. Die gemeinsam entwickelten Schutzrechts- und Vermarktungskonzepte sowie der Einblick in parallele technologische Entwicklungen schufen eine tragfähige Grundlage für künftige Innovationsvorhaben.

In der Gesamtschau zeigt DIGIPRO-EW exemplarisch, dass ZIM-Innovationsnetzwerke weit mehr leisten als die Finanzierung einzelner Projekte. Sie erzeugen konkrete technologische Innovationen, stärken nachhaltig die Innovationsfähigkeit mittelständischer Unternehmen und wirken zugleich stabilisierend auf Beschäftigung, Know-how und unternehmerische Resilienz. Organisatorisch und strategisch erwies sich das Netzwerk ebenfalls als tragfähig: Trotz pandemiebedingter Verzögerungen wurden zahlreiche FuE-Projekte erfolgreich umgesetzt und das Netzwerk über das Förderende hinaus verstetigt.

Ein zentraler Erfolgsfaktor lag dabei in der strukturierten rechtlichen Begleitung. Fragen des Schutzrechtsmanagements, der Ergebnisverwertung, des Umgangs mit Geschäftsgeheimnissen und der vertraglichen Absicherung gemeinsamer Entwicklungsleistungen wurden frühzeitig adressiert. Dies reduzierte wirtschaftliche Risiken, erhöhte die Planungssicherheit und förderte eine offene, vertrauensvolle Zusammenarbeit. Hier habe wir professionalle Unterstützung der Ilchmann Rechtsanwaltkanzlei erhalten.

DIGIPRO-EW zeigt eindrucksvoll, welches Potenzial in professionell gemanagten Innovationsnetzwerken liegt. Wenn technologische Kompetenz, betriebliche Praxis, Fördermittelstrategie und rechtliche Strukturierung zusammengeführt werden, entstehen Lösungen, die weit über einzelne Projekte hinausreichen. Für mittelständische Unternehmen bieten solche Netzwerke nicht nur Zugang zu Forschung und Förderung, sondern einen belastbaren Rahmen, um Innovationen marktfähig, rechtssicher und wirtschaftlich tragfähig zu entwickeln.

Wir begleiten Unternehmen und Netzwerke genau an dieser Schnittstelle – von der Projektidee über die Fördermittelbeantragung bis zur rechtlichen Ausgestaltung und Verwertung der Ergebnisse. DIGIPRO-EW ist hierfür ein überzeugendes Praxisbeispiel.