Innovationen entstehen nicht im luftleeren Raum. Gerade technologiegetriebene Forschungs- und Entwicklungsprojekte im Bereich Mobilität, Energie oder Industrie 4.0 stehen heute vor einer doppelten Herausforderung: Sie müssen technisch exzellent sein und zugleich förderstrategisch, administrativ und wirtschaftlich sauber aufgesetzt werden. Das erfolgreich abgeschlossene Verbundprojekt „TroCaWiCon“ ist dafür ein eindrucksvolles Beispiel.
Im Projekt TroCaWiCon wurde erstmals ein vollautomatisches, schwingungsarmes Andrahtungssystem für Oberleitungsbusse entwickelt, das ein sicheres Andrahten während der Fahrt ermöglicht. Damit adressiert das Vorhaben eine zentrale Schwachstelle bestehender Systeme, die bislang auf manuelle oder stationäre Prozesse angewiesen sind und erhebliche betriebliche Einschränkungen verursachen. Das Ergebnis ist ein funktionsfähiger Demonstrator, der die technische Machbarkeit und Praxistauglichkeit dieses neuen Ansatzes eindrucksvoll belegt.

Getragen wurde das Projekt von einem starken Verbund aus Industrie und Wissenschaft. Konsortialführer war die Deutzer Technische Kohle GmbH, die ihre langjährige Erfahrung in der Entwicklung elektromechanischer Systeme einbrachte. Wissenschaftlicher Partner war die Technische Hochschule Wildau, die insbesondere die Regelungsalgorithmen, die Sensorik und die schwingungsdynamische Auslegung verantwortete. Als assoziierter Praxispartner begleitete die Barnimer Busgesellschaft mbH das Vorhaben mit ihrer Betriebsexpertise im ÖPNV.
Unsere Rolle als Fichtner Ilchmann Beratungsgesellschaft begann deutlich vor dem ersten technischen Arbeitspaket. Wir haben das Projekt von der frühen Konzeptionsphase an begleitet, das Vorhaben förderstrategisch strukturiert, die Arbeitspakete und Meilensteine gemeinsam mit den Partnern geschärft und den Förderantrag im Rahmen des BMWK-Programms „IKT für Elektromobilität“ konzipiert und administrativ abgesichert. Während der gesamten Laufzeit haben wir die Schnittstelle zwischen technischer Entwicklung, Förderlogik und formalen Anforderungen des Zuwendungsrechts betreut.
Gerade bei komplexen Verbundprojekten zeigt sich immer wieder, dass technische Exzellenz allein nicht ausreicht. Förderfähigkeit, Meilensteinlogik, Mittelabrufe, Berichtspflichten und Verwertungsüberlegungen müssen von Anfang an zusammen gedacht werden. Im Projekt TroCaWiCon war es genau diese Verzahnung, die den Partnern den notwendigen Freiraum für Forschung und Entwicklung verschafft hat. Die Einhaltung der Zeit- und Finanzplanung, die erfolgreiche Erstellung des Schlussberichts und die klare Perspektive für ein industrielles Anschlussprojekt sind kein Zufall, sondern Ergebnis einer durchgängigen Projektstruktur.
TroCaWiCon steht damit exemplarisch für unseren Beratungsansatz. Wir verstehen uns nicht als reine Fördermittelabwickler, sondern als strategische Begleiter von Innovationsprojekten. Unser Anspruch ist es, Ideen in förderfähige, strukturierte und wirtschaftlich tragfähige Vorhaben zu übersetzen und sie über die gesamte Laufzeit hinweg belastbar abzusichern, und dies von der ersten Skizze bis zum Schlussbericht und darüber hinaus.
Die Ergebnisse von TroCaWiCon bilden nun die Grundlage für eine industrielle Weiterentwicklung bis zur Serienreife. Für uns ist das Projekt zugleich ein Beleg dafür, dass gut strukturierte Forschungs- und Entwicklungsprojekte nicht nur technisch überzeugen, sondern auch langfristig Wirkung entfalten können – für Unternehmen, für Forschungseinrichtungen und für die Transformation zentraler Infrastrukturen wie den öffentlichen Personennahverkehr.
(Foto: Stefan Fröhlich, Deutzer TechnischeKohle GmbH, Zeuthen)